
Ministerin Clinton: "Bedrohung der regionalen und sogar der globalen Stabilität"/REUTERS
Die Situation im Jemen birgt nach Ansicht von US-Außenministerin Hillary Clinton weltweites Gefahrenpotential. Das Land dürfe nicht länger als Basis für Attacken von Qaida-Terroristen dienen. Dabei nahm die Politikerin auch die internationale Gemeinschaft in die Pflicht.
Washington/Sanaa – “Die Instabilität im Jemen ist eine Bedrohung der regionalen Stabilität und sogar der globalen Stabilität”, sagte US-Außenministerin Hillary Clinton am Montag in Washington. Es müsse verhindert werden, dass al-Qaida das südarabische Land weiterhin als Ausgangspunkt für Terrorattacken nutzt. Dabei müsse die internationale Gemeinschaft mehr Unterstützung leisten als bisher.
Die Regierung im Jemen bekundete Interesse an einer technischen Unterstützung im Kampf gegen al-Qaida-Terroristen. Die Souveränität des Landes dürfe aber nicht verletzt werden. Eine ausländische Intervention werde nicht geduldet.
Im Zusammenhang mit dem vereitelten Flugzeugattentat von Detroit will US-Präsident Barack Obama bei einem “Sicherheitsgipfel” im Dienstag im Weißen Haus nach Schwachstellen in der Zusammenarbeit der verschiedenen Behörden forschen. Obama hatte eine rasche Aufklärung der Pannen im Vorfeld versprochen. Er hatte den Sicherheitsdiensten schwere Versäumnisse vorgeworfen. Die Hintermänner der fehlgeschlagenen Attacke vom ersten Weihnachtstag werden im Jemen vermutet.
Washington machte unterdessen klar, keine neue Front im Jemen eröffnen zu wollen. Der Terrorismusexperte des US-Heimatschutzministeriums, John Brennan, sagte am Sonntag dem TV- Sender Fox News, es gebe keine Pläne, amerikanische Soldaten zu entsenden. Die “New York Times” berichtete am Montag unter Berufung auf Militär- und Geheimdienstkreise, dass es bereits seit drei Wochen den Verdacht auf ein geplantes Attentat gebe. Alles habe darauf hingedeutet, dass vier Selbstmord-Attentäter nach Sanaa gekommen seien, um dort westliche Ziele anzugreifen.
Zahlreiche Botschaften bleiben geschlossen
Mehrere westliche Vertretungen in Sanaa blieben wegen befürchteter Anschläge auch am Montag geschlossen. Neben den Botschaften der USA und Großbritanniens empfingen auch die Botschaften von Spanien, Japan und Frankreich keine Besucher mehr. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes erklärte, der Dienstbetrieb in der deutschen Botschaft werde fortgesetzt, aber die Sicherheitsvorkehrungen würden verschärft. “Die Visa-Erteilung wurde eingeschränkt, deshalb kommt es derzeit zu einem reduzierten Besucherverkehr”, fügte er hinzu./spiegel.de
jok/dpa/MAR
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